Geld Neuseeland
Tipps zum Geld sparen
Neuseeland ist paradiesisch. Ohne Frage. Allerdings gibt es dieses Paradies am anderen Ende der Welt nicht umsonst und die Lammsteaks und Rinderfilets, die einem im Mund zergehen und frisch geschlachtet vom Metzger kommen, lassen sich ihre Köstlichkeit gut bezahlen. Und auch andere Nahrungsmittel und sonstige überlebensnotwendige Dinge wie ein Dach über dem Kopf sind in Neuseeland, trotz dessen Konzentration auf den landwirtschaftlichen Sektor, eben nicht für einen Apfel und ein Ei zu haben (mehr Informationen zu den Lebenshaltungskosten in Neuseeland finden sich unter www.auslandsstudium-neuseeland.com/lebenshaltungskosten-neuseeland/). Da ist es gut, wenn man an einigen Ecken etwas Geld sparen und das Portemonnaie schonen kann.
Im Folgenden sollen ein paar Tipps für günstige Einkaufsmöglichkeiten, Unterkünfte und Reiseoptionen gegeben werden.
Essen
Wie eingangs bereits erwähnt, ist die Nahrungsaufnahme in Neuseeland eine recht teure Angelegenheit – sofern man in den beiden großen Supermarktketten einkauft und Angebote außer Acht lässt. Vor allem Fleischliebhaber, aber auch Gemüsefans, werden die hohen Preise deutlich zu spüren bekommen. Aber es gibt eine Alternative, die sich sowohl für Vegetarier als auch Rinderfleischesser (Hähnchenfleisch ist leider überall erstaunlich teuer) auszutesten lohnt: die chinesischen Großmärkte.
Es gibt sie in jeder größeren Stadt und das Angebot reicht von frischem Obst und Gemüse über Tiefkühl-Teigtaschen bis hin zu Instant-Nudel-Produkten. Die Läden mit der größten Auswahl sind meist auch die günstigsten, vor allem was Fleisch und Gemüse betrifft.
Es gibt wöchentlich neue Angebote und dabei sind immer super Schnäppchen zu ergattern: Brokkoli für 0,30 NZD (also etwa 15 Eurocent!!), Avocados für 0,20 NZD, ein Kilo Orangen für 1,30 NZD, 3 Päckchen Erdbeeren für 2 NZD. Überhaupt sind so genannte „Multi-buys“, also der Kauf von mehreren Produkten einer Sorte, oft ein gutes Angebot, sowohl im chinesischen Großmarkt als auch in den regulären Supermärkten. Wer länger an einem Ort bleibt, sollte da unbedingt zugreifen, insbesondere bei Konserven (5 Dosen Spaghetti für 3 NZD ... und wir alle kennen doch die Tage, an denen man einfach mal keine Lust zu kochen hat).
Wer generell eher der kochfaulen Studentenschaft angehört oder sich einfach ab und an mal gern bekochen lässt, findet in asiatischen Restaurants und Schnellimbissen eine günstige Möglichkeit sich mit leckerem Essen den Bauch voll zu schlagen.
Vor allem in den Food Courts der Shopping Malls und chinesischen Supermärkten finden sich viele günstige Schnellrestaurants, die köstlich duftendes indisches, thailändisches, mongolisches und koreanisches Essen anbieten. Für bereits 7 NZD bekommen Studenten einen großen Teller Chicken Masala mit Reis. Für weitere 2 NZD gibt es ein großes Glas Mango-Lassi dazu. Gute Angebote sind oft auch die Menüs, die viele Restaurants anbieten. Und wer irgendwann genug von Pad Thai und Currygerichten hat (unverständlich, aber soll vorkommen), kann sich auch einen Burger in den altbekannten Fast Food-Ketten genehmigen, die in Neuseeland sogar etwas günstiger sind als in Europa.
Kleidung
Nach Neuseeland sollte man nicht mit leeren Taschen kommen, denn abgesehen von Tauchanzügen sind Bekleidungsstücke kaum günstiger als in Europa. Es sei denn, man legt keinerlei Wert auf Markenartikel. Dann ist das „Warehouse“ der richtige Ort zum ausgiebigen Shoppen. Die Preise sind unschlagbar günstig, die Qualität aber oft auch entsprechend gering.
Nichtsdestotrotz lassen sich hier gut ein paar Hosen oder Socken erstehen, wenn es plötzlich kälter wird und man feststellt, dass der Sommer in Neuseeland nicht nur aus Sonne, sondern auch aus viel Regen und Wind besteht. Und nach dem Auslandsaufenthalt kann man sich diesen Dingen auch ohne schlechtes Gewissen wieder entledigen, sodass im eigenen Koffer mehr Platz für hübsche Mitbringsel bleibt, wie zum Beispiel Maori-Schnitzereien, für die man allerdings wieder mehr Geld auf den Tisch legen muss.
Recht amüsante und auf jeden Fall ausgefallene Kleidung findet sich in den Opportunity-Shops, kurz OP-Shops, die man in Deutschland als Second-Hand-Läden kennt. Hier hängen neben 70er Jahre Anzügen in glänzendem Türkis rosafarbene Ballerinaröcke, Schlagjeans, rote Miniröcke und T-Shirts mit bunten Aufdrucken.
Aber auch klassische weiße Blusen und schwarze Hosen sind zu finden (ein Tipp für all jene, die für die Kellnerarbeit ein Outfit brauchen, dessen sie sich nach der Arbeitsphase wieder entledigen wollen). Die Auswahl ist riesig und die Preise gering. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass die Kleidungsstücke bereits getragen wurden und dementsprechend Mängel aufweisen können (auf funktionierende Reißverschlüsse, Löcher etc. achten!).
Wohnen
Studenten bieten sich in Neuseeland mehrere Optionen der Unterkunft, wobei die billigste nicht unbedingt die beste sein muss. Die günstigste Variante lautet nämlich oft „Dormbett im Mehrbettzimmer eines Hostels“ und ist oft verbunden mit einem Verlust an Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre, sowie schlaflosen Nächten dank schnarchenden Mitbewohnern und Party-Touristen. Insofern zahlt sich das etwas teurere Studentenwohnheim oder, wer auf Gemütlichkeit und eigenen Raum wert legt, das noch etwas teurere Zimmer in einer Wohngemeinschaft durchaus aus.
Im Internet lassen sich viele Annoncen für WGs finden und auch die Universität in Neuseeland kann dem Neuankömmling bei der Suche nach einer günstigen Unterkunft in einem Wohnheim weiterhelfen. Ein Zimmer in einer zentral gelegenen Wohnung kostet zwischen 85 und 150 NZD, je nach Charme und Ausstattung des Gebäudes. Dies beinhaltet oft auch die Kosten für Strom und Wasser, vor allem in Auckland und Wellington und anderen größeren Städten, in denen die WG-Bewohner häufig wechseln.
Wer für ein paar Tage auf ein festes Dach über dem Kopf im Namen des Geldsparens verzichten kann (und das bietet sich im Sommer vor allem für eine Erkundung der Insel nach Abschluss des Auslandssemesters an) hat außerdem die Möglichkeit in Neuseeland wild zu campen. Auf öffentlichen Plätzen ist es im ganzen Land erlaubt, für eine oder zwei Nächte sein Zelt aufzuschlagen, auch wenn dieser Art der Übernachtung nicht ganz ungefährlich ist (so sollen schon Touristen, die auf Landstraßen geparkt und genächtigt haben, überfallen worden sein). Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von DOC-geleiteten Campingplätzen, deren Preise von 15 NZD pro Person und Nacht für einen gut ausgestatteten Platz inklusive Küche und Duschkabinen bis umsonst für einen spartanischen Platz mit Plumpsklos und Waschen im Fluss reichen. Das Abenteuer kann beginnen!
Reisen
Ab einem Aufenthalt von zwei Monaten, so wird generell gesagt, lohnt es sich, ein Auto zu kaufen statt eines zu mieten. Die Autopreise in Neuseeland sind sagenhaft günstig und nicht mit denen in Europa zu vergleichen. Ein passables Auto mit niedrigem Kilometerstand, WOF (entspricht etwas dem deutschen TÜV, gilt aber nur für 6 Monate bei älteren Autos) und laufender Registrierung ist bereits für um die 1600 NZD (also etwa 800 Euro) zu haben. Die Preise für Automobile sind in der Hochsaison im Sommer ab Dezember bis Ende Februar am höchsten und im Winter zwischen Juni und August am niedrigsten.
Das Preisgefälle für einen Autokauf im Sommer und –verkauf im Herbst (Anfang März bis Mai) beträgt etwa 20% des Kaufpreises. Gute Anlaufstellen für Interessenten sind Internetseiten für Backpacker und Auktionshäuser, sowie lokale (Backpacker) Car Markets. Wer ein Auto kauft, genießt auch den Vorteil losgelöst vom allgemeinen Getümmel auch abgelegene Ecken Neuseelands erkunden zu können. Tatsächlich gibt es nämlich fast an jedem Ort abseits vom allgemeinen Touristentrubel Sehenswertes zu bestaunen, das oftmals auch noch ganz umsonst zu sehen ist. Die folgende Liste gibt einige der Ausflugsziele wider, die für kleines Geld oder sogar ganz umsonst zu haben sind.
Ausflugsziele für Budgetbewusste:
Auckland: Auckland Domain, ein wunderschöner Park mit botanischen Gärten, in dem sich auch das berühmte Museum befindet (die Spende von 5 NZD für den Museumseintritt muss nicht geleistet werden, wird aber gern gesehen), Galerien, Stadtspaziergang von Hafen zu Hafen, Wanderung auf den Mount Eden mit fabelhaften Ausblick auf Auckland City (vor allem bei Nacht!), mit dem Bus für 6 NZD zur Mission Bay fahren, den Strand und Anblick des Rangitoto-Vulkans genießen.
Rotorua: im Kuirau Park vulkanische Naturschauspiele wie Kraterseen, Schlammteiche, viel Dampf und Mineralbäder umsonst angucken, im 16km entfernten Kerosene Creek sich ein Heißwasserbad in natürlichen Thermalquellen völlig gratis und abseits vom Trubel genehmigen.
Taupo: Kajak für 25 NZD mieten und auf dem See herum paddeln, in heißenFlussquellen 10 Minuten vom Zentrum entfernt kostenlos die Füße eintauchen statt ins Spa zu gehen, eine Wanderung um den größten See Neuseelands und zu den Huka Falls unternehmen, die eine angenehme Abkühlung versprechen.
Tongariro National Park: man kann auch 90 NZD für eine geführte Tour zahlen, der 7-stündige Wandertreck ist aber auch alleine und völlig umsonst bewältigbar und bietet sagenhafte Ausblicke auf alpinen Wiesen und Steppen und offenbart unterwegs erstaunliche vulkanische Besonderheiten wie tiefe Kraterschluchten, aktive Vulkane, Bergquellen, Lavaströme und smaragdgrüne Seen.
Wellington: kostenlos das großartigste Museum des Landes, das interaktive Museum of Wellington City and Sea sowie zahlreiche Galerien besichtigen, mit dem Cable Car für 2 NZD gemütlich den steilen Hügel hinauf bis Kelburn fahren und fantastisch photogene Ausblicke genießen, den botanischen Gärten einen Besuch abstatten, mit der Dominion Post Fähre zur Days Bay für 7,50 NZD fahren und ein Picknick am Strand genießen
Kaikoura: auf der Wandertour am Strand entlang Robbenkolonien beobachten, an der South Bay schwimmen und schnorcheln und auf Tuchfühlung mit der reichen Meereswelt Kaikouras gehen – wer Glück hat begegnet Delfinen und Walen dabei
Christchurch: am Cathedral Square entlang schlendern und die Kirche besichtigen, das Avonufer mit seinen erstaunlichen botanischen Gärten ablaufen und auf dem Avon für 7 NZD mit dem Kanu herumpaddeln, im Arts Center Kunsthandwerksläden durchstöbern und in einem netten Café eine Pause einlegen bevor es an einen der unzähligen aussichtsreichen Stadtspaziergänge geht.
Dunedin/ Otago Peninsula: die Zwergpinguine aus Verstecken bei Sonnenaufgang in Oamaru beobachten, die Albatrosse an der Otago Peninsula bewundern, dem Otago Museum in Dunedin einen Besuch abstatten und in der Dunedin Public Art Gallery die Kunstszene Neuseelands entdecken, am Long Beach die eigenen Kletterkünste erproben und den Seelöwen (aus sicherer Entfernung) am Victoria Beach Guten Tag sagen.
Queenstown: Für 20 NZD mit der Skyline Gondola auf den Gipfel fahren und dabei atemberaubende Aussichten genießen, die Angel auspacken und in einen der friedlichen einsamen Seen und Flüsse Queenstowns hängen, den Aufstieg zum 1746m hohen Ben Lomond wagen und mit einer spektakulären Aussicht belohnt werden, die Sommerrodelbahn für 10 NZD hinunterdüsen für alle Adrenalinjunkies mit schmalem Geldbeutel, für zwischen 1 und 8 NZD eine entspannte Weinprobe bei der Central Otago Wine Experience machen und sich zwischen über 100 Lesen entscheiden, beim Stadtspaziergang alte Cottages und Kirchen entdecken und den Tag in einer der zahlreichen Bars und Kneipen ausklingen lassen.

Aufnahmekriterien
Tipps zum Geld sparen